Scrum – Das übersichtliche Chaos-Framework

Veröffentlicht von Jannis - 13. Dezember 2021

Jeder Mensch, egal ob Privat oder im Beruf, hat mit Projekten zu tun. In den meisten Fällen gehen diese schief, da entweder falsch geplant wird oder es an der Durchführung hapert. Das wäre in der Theorie fatal, jedoch gibt es ein Heilmittel, eine Wundertüte, ein Allzweck-Werkzeug für jedes Projekt: SCRUM! Könnt ihr das Echo von

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Was ist Scrum? 

Scrum ist eine agile Methode bzw. ein Framework im Bereich Projektmanagement. Hört sich jetzt schon professionell an oder nicht? Gib Dingen einfach komplizierte oder englische Namen und schon fühlt man sich, als könne man ein Unternehmen professionell führen. Der Begriff „Scrum“ ist eine Analogie aus dem Rugby und beschreibt Teams, welche als kleine und selbstorganisierte Einheiten arbeiten. Diese haben zwar eine vorgegebene Richtung, können aber die Taktik selbst bestimmen. Wichtig ist aber, dass nur weil die sich auf dem Feld die Körper von der Bildfläche hauen, das nicht heißt, dass sie ihren Arbeitskollegen am nächsten Teamtag von den Beinen checken. 

„Aber aus was besteht es denn genau?“ Danke, dass ihr fragt. Das kann ich euch sagen! 

Scrum besteht aus Rollen (die Menschen, die hart arbeiten), Ereignissen (hauptsächlich Kaffee-Meetings) und den Artefakten (wahnsinnig spannende Dokumente). Mittels dieser Werkzeuge können dann Projekte geplant, durchgeführt und ständig optimiert werden und es ermöglicht eine Transparenz nach Außen. 

Wie funktioniert es? 

Scrum arbeitet mit immer wiederkehrenden Iterationen, welche sich Sprints nennen. Keine Sorge, niemand muss rennen. Ein Sprint dauert dabei zwei bis vier Wochen und beinhaltet die Arbeitsphase. Zu Beginn entwickelt man ein Product Backlog und ballert dort alles rein, was einem so an Aufgaben einfällt (Im besten Fall hat es mit den Anforderungen für das Projekt zu tun). Die Entwickler nehmen nun diese Aufgaben und geben ihnen jeweils eine Priorität. Ist ein Sprint vorbei, hat man hoffentlich irgendwas, was man präsentieren kann. Fühlt sich übrigens so an wie eine Präsentation in Religion. Keine Ahnung was drin steht, aber wurde mit hübschen Bildern aufgefrischt. Hat man das Produkt, den Code oder das Erstellte präsentiert, beginnt der Spaß von vorne und es wird versucht das Produkt noch besser zu machen als es eh schon ist. 

„Aber was bringt Scrum?“ Nur Gutes natürlich! 

Da Scrum agil ist, kann man effizienter Arbeiten und hat weniger Arbeitsaufwand. Sprich, das Gegenteil eines Beamten. Wichtiges kann zuerst erarbeitet werden. Es entsteht eine Routine, was Arbeit, Feedback und Verbesserung betrifft. Mitarbeiter können flexibler und selbstständiger arbeiten und die Organisation wird um einiges erleichtert…Ist tatsächlich das Gegenteil von Beamten. 

„Wann sollte ich es einsetzen?“  

Jederzeit! Überall! Du frägst dich wie du dein Haushalt stemmen sollst? SCRUM! Du weißt nicht, welche Serie du zuerst schauen sollst? SCRUM! Du willst deine Mini-Golf Schwung und Abschlagstechnik auf der 17ten Bahn mit dem verzwickten Eck- und Wellen-Hindernis des Golfparks in Oberharmersbach verbessern? Das musst du üben… DAS WAR GELOGEN! SCRUM!  Scrum bietet sich dann an, wenn Teams flexibel und dynamisch arbeiten können, sie sich an Kundenwünschen orientieren und die Mitarbeiter im Team viel Motivation und Eigenverantwortung mitbringen. Wenn Projekte dann noch richtig kompliziert werden, macht es doppelt Spaß. 

„Welche Rollen gibt es denn?“ Gaaaanz wichtige! 

Ich präsentiere: Der Product Owner: Schreibt Aufgaben, sieht wahnsinnig gut aus und ist das „offene Ohr“ zwischen dem Team und der Außenwelt. Außerdem erkennt er Aufgaben und weiß, in welche Richtung sich das Projekt entwickeln soll.  Hinter Tor Nummer Zwei befindet sich: Das Entwicklungsteam: Ist intelligent, aktiv und arbeitet ununterbrochen an dem Produkt. Mit ihren Kompetenzen und Fähigkeiten sind sie die Arbeitsbienen von Scrum.  Und hinter Tor Nummer Drei: Der Scrum Master: Überwacht, steuert und gibt fleißig seinen Senf dazu. Er ist der Moderator, Konfliktlöser und Kommunikator des Scrum Teams und besitzt definitiv den coolsten Namen von allen! 

„Und was bedeutet das für die Ereignisse?“ – Eine ganze Menge Kaffee! 

Die Sprints: Das Herzstück von Scrum. Hier wird noch richtig Arbeit verrichtet. Der fixe Zeitraum von ein bis vier Wochen beinhaltet Planung, Arbeitsphase, Sprint Review und Sprint Retrospektive. Vor jedem Sprint wird dabei ein Ziel festgelegt, welches nach dem Sprint (hoffentlich) erreicht wird.  Das Sprint Planning: Hier wird noch ordentlich geplant, Aufwand geschätzt und alles in den Sprint Backlog gepackt!  Das Daily: Der gemütliche Teil des Tages! Hierbei wird jeden Morgen über die Aufgaben geredet, welche an dem Tag erledigt werden sollen oder wichtig sind.  Sprint Review: Hier wird allen (dem gesamten Team und denen, die dafür bezahlen) präsentiert, was in einem Sprint geschafft wurde.  Sprint Retrospektive: Zum Schluss nochmal ein wahnsinnig überragender Name, welcher wie frischer Tau am Morgen auf der Zunge zergeht. Herrlich. In der Retro wird auf die Arbeitszeit zurückgeschaut und analysiert, wie man zusammengearbeitet hat und ob es Verbesserungsbedarf gibt.  

“Und was sind eigentlich Artefakte?” – Nützlich, aber definitiv ein langweiliger Name! 

Artefakte sind Ergebnisse und Planungsübersichten für Scrum, wobei Artefakte eher danach klingt, als würde Indianer Jones danach suchen: Indiana Jones – der goldene Scrum. Klingt doch nach einem guten Film oder nicht?  Product Backlog: Das Product Backlog ist das Sammelbecken von Aufgaben. Hier wird alles reingepackt, was wichtig für das Projekt ist.  Sprint Backlog: Der kleine Bruder des Product Backlog, der alle Aufgaben in sich trägt, welche in einem Sprint wichtig sind.   Product Inkrement: Das Ergebnis eines Sprints. Mit allen kleinen Funktionalitäten und Eigenschaften, welche das Team so gebastelt hat. 

Meine Meinung! 

Als ich das erste Mal davon gehört habe, dass ich Scrum anwenden musste, wollte ich ernsthaft rennen. DAS CHECKT DOCH NIEMAND!   Um ehrlich zu sein: Doch, ist eigentlich ganz simpel. Der Twist dahinter ist nämlich, dass man es einfach ausprobieren muss. Man könnte sich stundenlang Artikel und Berichte zu Scrum durchlesen und würde nicht viel schlauer werden. Wendet man es jedoch in der Praxis an, lernt man die Hintergründe schneller als man denkt und es kommt zu einer gewissen Routine. Für organisationsorientierte Menschen, welche gerne einen Überblick haben, ist Scrum eine wahre Goldgrube an effizienter und übersichtlicher Arbeitsweise. Durch Scrum weiß ich immer, was ich zu tun habe, wann ich es zu tun habe und wie es zu erledigen ist. Im Prinzip plane ich einmal und muss mir keine großen Gedanken mehr über die Organisation machen, sondern kann meine komplette Energie in die Umsetzung stecken. Natürlich muss man ein bis zwei Mal ein paar Feinheiten korrigieren, aber der größte Aufwand der Planung ist bereits erledigt. Zusätzlich weiß ich durch Scrum, was meine Teamkollegen gerade machen und was bei ihnen ansteht. Man fühlt sich dadurch zugehörig zum Team und zum Projekt und kann seine eigene Arbeitsweise besser auf andere abstimmen. Somit ist Scrum eine Win-Win-Situation für mich selbst und das Team.   

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