Mitarbeiterzufriedenheit – die wichtige Erfolgsdeterminante für Unternehmen

Veröffentlicht von Jessica - 8. Januar 2020

Wie wichtig ist die Zufriedenheit der Mitarbeiter in einem Unternehmen? Wie kann man etwas wie Zufriedenheit messen? Und vor allem, wie kann ich die Zufriedenheit der Mitarbeiter steigern? Mit all diesen Fragen habe ich mich für euch in diesem Blogartikel auseinander gesetzt.

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Was ist Mitarbeiterzufriedenheit?

  Unter der Mitarbeiterzufriedenheit wird die Einstellung eines Mitarbeiters in Bezug auf sein Arbeitsumfeld verstanden. Die Zufriedenheit eines Mitarbeiters ist, wie im Titel bereits gespoilert wurde, eine essentielle Komponente des Unternehmenserfolges. Zufriedene Mitarbeiter bringen sich besser in das Unternehmen ein und weißen zudem ein geringeres Kündigungsrisiko auf. Faktoren, welche die Zufriedenheit eines Mitarbeiters am Arbeitsplatz determinieren sind, ähnlich wie bei dem Thema Mitarbeiterbindung, vor allem das Arbeitsumfeld, das Arbeitsklima und die Vergütung. Des Weiteren sind die Kommunikation sowie die sozialen Beziehungen untereinander relevant. Die Ausstattung des Arbeitsplatzes, Sozialleistungen und natürlich auch die Tätigkeit sind von besonderer Bedeutung. Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten determinieren die Mitarbeiterzufriedenheit zusätzlich.

Wie kann Mitarbeiterzufriedenheit gemessen werden?

Die Zufriedenheit der Mitarbeiter kann durch mehrere Möglichkeiten gemessen werden, die in direkte und indirekte Messungen untergliedert werden können.

Indirekte Messungen

  Bei der indirekten Messung handelt es sich nicht um offizielle Messungen. Indirekte „Messungen“ basieren lediglich auf Beobachtungen. Dabei spielt die Arbeitsweise eines Mitarbeiters eine Rolle, sowie die Häufigkeit seiner Beschwerden. Um sich einen Gesamtüberblick über die Mitarbeiterzufriedenheit eines Unternehmens zu machen, können zusätzlich Daten wie die Fluktuationsrate und der Krankheitsstand der Mitarbeiter Aufschluss geben. Ebenso können die Fehlzeiten analysiert werden, wobei unzufriedene Mitarbeiter hohe Krankheitsbedingte Fehlzeiten aufweisen. Je nach Genauigkeit der gewünschten Ergebnisse ist es möglich, Faktoren wie den Führungsstil und das Kommunikationsverhalten in die Analyse miteinbezogen werden.

Direkte Messungen

  Unter direkten Messungen verstehen sich direkte Mitarbeiterbefragungen, bei welchen die Angestellten ein direktes Feedback über ihren Gemütszustand geben. Dies kann in Form eines Fragebogens geschehen. Um ein möglichst ehrliches Feedback von den Mitarbeitern zu erlangen ist es unbedingt notwendig, die Befragung anonym durchführen zu lassen. Müssen Mitarbeiter mit Konsequenzen für ihre Beantwortung des Fragebogens fürchten, werden zwar die gewünschten Antworten gegeben, welche in Bezug auf die Mitarbeiterzufriedenheit jedoch zu keiner Verbesserung führen.

Die Bedürfnispyramide nach Maslow

Das Thema Mitarbeiterzufriedenheit besteht schon seit vielen Jahrzehnten in den Unternehmen. Dies gab einigen Wissenschaftlern Anlass, sich damit zu beschäftigen. So entwickelte Maslow die sogenannte Bedürfnispyramide, welche sich in Defizitbedürfnisse und Wachstumsbedürfnisse unterteilt. Nach Maslow ist ein Mensch zufrieden, wenn die Bedürfnisse jeder Stufe der Pyramide befriedigt werden. Nach der auf das Mitarbeiter – Engagement modifizierten Bedürfnispyramide ist die Zufriedenheit der Mitarbeiter von dessen Engagement und Motivation abhängig. Die Motivation eines Mitarbeiters bezieht sich auf dessen Arbeitsaufgaben, die Aufstiegsmöglichkeiten und den Erfolg seiner Leistungen. Zudem kann sie von der erhaltenen Anerkennung und der Selbstbestimmung abhängen. Wie sich aus der Bedürfnispyramide ableiten lässt, sind sehr engagierte Personen zufriedenere Mitarbeiter als weniger engagierte Personen, denen Interesse am Überleben liegt und die ihre Tätigkeit lediglich als Job betrachten. Jede Stufe der Bedürfnispyramide spiegelt andere Persönlichkeiten wider. Mitarbeiter, die nur „Dienst nach Vorschrift“ leisten, sind nur in ihrem Job tätig, um ihr Überleben zu sichern. Demzufolge finden diese Angestellten keine Motivation, außergewöhnliches Engagement in ihrem Job zu zeigen. Im Gegensatz dazu stehen die „Hoch-Engagierten“ Mitarbeiter, deren Leidenschaft ihr Job ist. Diese Individuen verwirklichen sich in ihren Job und sind sehr motiviert, hohes Mitarbeiterengagement an den Tag zu legen.

6 Typen von (Un-) Zufriedenheit:

Nach einer Studie (2002) der Hans-Böckler Stiftung gibt es insgesamt 6 Typen von (Un-) Zufriedenheit.

1. Progressive Arbeitszufriedenheit:

Der Mitarbeiter ist zufrieden und strebt nach neuen Herausforderungen

2. Stabilisierte Arbeitszufriedenheit:

Der Mitarbeiter ist zufrieden und strebt keine Veränderungen an.

3. Pseudo Arbeitszufriedenheit:

Der Mitarbeiter redet sich ein, dass er mit der aktuellen Arbeitssituation zufrieden ist.

4. Resignative Arbeitszufriedenheit:

Der Mitarbeiter ist mit der aktuellen Arbeitssituation nicht zufrieden, hat aber keine Motivation, etwas dagegen zu unternehmen.

5. Fixierte Arbeitsunzufriedenheit:

Man wird zum notorischen Nörgler.

6. Konstruktive Arbeitsunzufriedenheit:

Man bemüht sich um Veränderung.

Tipps zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit

Um die Bedürfnisse der Mitarbeiter ernst zu nehmen, ist es notwendig die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung ernst zu nehmen. Zudem sollten Chefs ihre Mitarbeiter loben und ihnen Anerkennung zeigen, dass diese sich und ihre Arbeit wertgeschätzt fühlen. Lob kann übrigens auch von anderen Kollegen ausgesprochen werden, was zusätzlich das Arbeitsklima verbessert und zu einer Steigerung des Selbstwertgefühls führt. Allgemein sind ein respektvoller Umgang untereinander und eine angemessene, entspannte Kommunikation das A und O für ein gutes Arbeitsklima und zufriedene Mitarbeiter, die gerne zur Arbeit kommen. In Bezug auf das Arbeitsklima sollte innerhalb eines Unternehmens an dem richtigen Umgang mit Fehlern gearbeitet werden, zudem sollen Mitarbeiter in ihren Tätigkeiten gefördert werden. Die Sicherung der Mitarbeiterzufriedenheit liegt jedoch nicht einzig und allein in der Hand des Arbeitgebers. Ist man unzufrieden mit der aktuellen Arbeitssituation können aus Sicht eines Angestellten ebenso hilfreiche Maßnahmen vorgenommen werden. Entspricht das Arbeitsklima nicht dem Optimalzustand sondern ist eher bedrückend und angespannt, sollte nach gründlicher Selbstreflexion das Gespräch mit den Kollegen und dem Teamleiter gesucht werden. In solch einer Situation ist es kontraproduktiv auf eine Initiative des Chefs zu warten, da sich die Situation andernfalls möglicherweise zuspitzt. Hierbei sollte man sich zusätzlich vorbereiten, indem man über mögliche Lösungsvorschläge nachdenkt, deren Realisierung wiederum in den Aufgabenbereich des Chefs fällt.

Fazit

Spätestens jetzt sollte jedem klar geworden sein, welchen erheblichen Einfluss die Mitarbeiterzufriedenheit auf den Erfolg eines Unternehmens ausübt, denn ein unzufriedener Mitarbeiter erbringt meistens nicht die volle Leistung. Insgesamt gibt es verschiedene Abstufungen, in welche die Zufriedenheit eingeteilt werden kann. Diese reichen von sehr unzufriedenen Mitarbeitern bis zu vollkommen zufriedenen Mitarbeitern, welche sich in ihrem Job verwirklichen können. Jedes Unternehmen sollte ein hohes Level an Zufriedenheit anstreben und dabei ein Konzept zur Sicherung der Mitarbeiterzufriedenheit befolgen.

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