„Hallo meine Lieben!“ – 10 Klischees und Wahrheiten über Influencer

Veröffentlicht von Jessica - 18. September 2019

Jeder kennt sie – nicht jeder mag sie oder folgt ihnen: den abertausenden „Instagramern“, die sich selbst gerne als „Influencer“ oder gar als „Content Creator“ bezeichnen. Das Phänomen der Instagram–Blogger ist bereits seit einigen Jahren zu beobachten. Mittlerweile befinden wir uns in der Blütezeit des Instagram- und Influencer-Zeitalters, in welchem täglich neue „Content Creator“ auf

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Doch die Influencer stehen nicht bei allen Nutzern in einem positiven Licht, denn ihre Erscheinung geht oftmals mit Vorurteilen einher. Welche dieser Klischees sind leere Floskeln und worin liegt die Wahrheit begründet?

1. Influencer bekommen alles gratis

Das wohl hartnäckigste Klischee über Influencer ist, dass jene alles Mögliche gratis zugeschickt bekommen. Von Klamotten und Kosmetik über Elektronik bis hin zu Autos ist alles dabei. Doch was ist dran an diesem Vorurteil? Die Wahrheit ist, dass es tatsächlich einige Influencer gibt, die sehr viele PR Pakete gratis zugeschickt bekommen, um diese zu testen und möglicherweise auch in ihrem Profil zu bewerben. Dies trifft meistens jedoch nur auf sehr erfolgreiche Influencer zu, die bereits eine hohe Followeranzahl aufweisen. Kleinere „Content Creator“ können davon meist nicht profitieren.

2. Die Instagram – Profile der Influencer gleichen einer Dauerwerbesendung

Durch gratis Produkte entsteht oftmals eine Kooperation zwischen Unternehmen und Influencer, in welcher der Influencer die Produkte über Tage oder sogar Wochen hinweg bewirbt. Dabei wird den Followern meistens ein Rabattcode im Namen des Influencers gewährt, durch welchen dessen Follower das beworbene Produkt vergünstigt erwerben können. Die Top-Influencer mit den meisten Followern sind bei vielen Unternehmen heiß begehrt. Diese lassen sich einen Marketing-Post durch einen Influencer meistens sehr viel kosten. Dadurch verpflichtet sich ein Influencer oftmals mehreren Firmen gegenüber und bewirbt Produkte aus verschiedenen Branchen in Storys und Posts. Meistens bleibt es nicht nur bei einer Story oder einem Post, weswegen manche Instagram-Profile somit wirklich einer Dauerwerbesendung gleichen. In einigen Influencer-Profilen wird sogar direkt auf die „Dauerwerbesendung“ in der Profilbeschreibung aufmerksam gemacht.

3. Influencer zu sein ist kein Beruf

Spätestens seit dem letzten Klischee sollte klar sein: einige Influencer verdienen ihren Lebensunterhalt durch Instagram. Somit gilt das tatsächlich als Beruf, von dem immer mehr Influencer sehr gut leben können.

4. Influencer wollen nur verkaufen

Je mehr verkauft wird, desto größer ist der Gewinn. Somit ist es naheliegend, dass Influencer ein großes Interesse daran haben, so viele Kooperationsverträge wie möglich abzuschließen, um durch ihre Postings die Produkte der Unternehmen zu bewerben, an deren Verkaufserfolg sie monetär beteiligt werden. Da die Gefahr einer Dauerwerbesendung jedoch darin besteht, dass viele der Follower schnell genervt sind, muss die Balance zwischen Werbepostings, durch welche verkauft wird, und normalen Posts gefunden werden. Auch wenn Influencer immer nur verkaufen wollen, schadet es letztendlich ihrer Followeranzahl und ihrem Image. Instagram-Nutzer interessieren sich auch für den Alltag der Blogger und nicht nur für ihre Kooperationen. Somit begründet diese Aussage zum einen ein Klischee, ist aber auch teilweise in der Wahrheit gebettet.

5. Influencer sind nur auf reisen

Bali, Dubai, Malediven oder nur mal eben in die USA. Ein Reiseziel nach dem anderen wird angesteuert und von jedem Ort werden perfekt bearbeitete Bilder geteilt. Einige Influencer haben tatsächlich das Privileg und die Möglichkeiten zu reisen was das Zeug hält. Dies trifft insbesondere auf sogenannte „Travel-Influencer“ zu deren Feed sich hauptsächlich auf Reisen bezieht. Das gilt jedoch meistens wiederum nur für Top-Influencer, während kleinere Influencer ihre Follower an einem derartigen Jetset-Leben nicht teilhaben lassen können.

6. Influencer werden immer zu tollen Events eingeladen

Viele Unternehmen bewerben ihre Produkte ausschließlich durch Influencer Marketing. So ist es mittlerweile häufig Gang und Gebe, dass Produktlaunches oder andere Marketing Veranstaltungen zur Sammelveranstaltung für Influencer werden. Diese werden ihren tollen Alltag selbstverständlich in ihren Storys teilen und posten was das Zeug hält – was natürlich umso besser für das Unternehmen ist. Somit ist es mehr als nur ein Klischee, dass Influencer sehr viel unterwegs sind und auf der Gästeliste vieler Veranstaltungen stehen.

7. Influencer führen das perfekte Leben

Kostenlose Produkte, Selbstständigkeit, unendlich lange Reisen. Die Bilder sind immer perfekt inszeniert und bearbeitet. Für viele Außenstehende sieht das Leben der Influencer perfekt aus, aber wer teilt schon gerne unschöne Dinge im World Wide Web, ob Influencer oder nicht? Hinter den Kulissen des perfekten Lebens steht jedoch häufig ein ganz normaler Mensch, dessen Leben nicht immer so schön ist wie es scheint. Instagram ist für viele ein Job, bei dem man sein Leben mit tausenden von Menschen teilt. Menschen lieben Positivität. Trotzdem ist es heutzutage keine Rarität mehr, dass Influencer auch unschöne Dinge mit ihren Followern teilen. Dies vermittelt den Followern das Gefühl, noch näher am Leben des Content Creators teilzuhaben. Somit ist auf Instagram nicht immer alles „Friede, Freude, Eierkuchen“ –  auch, wenn es für viele den Anschein macht.

8. Alle Influencer sind gleich

Ihre Profile sind oftmals mit den vielsagenden und einzigartigen Schlagwörtern „Fashion, Lifestyle, Food“ ausgezeichnet, die sich in viel zu vielen Instagram Profilen befinden. Es scheint so, als wäre das die inoffizielle Influencer Jobbeschreibung. Wie oft habe ich den Satz „Hallooo meine Lieben!! Ich hoffe euch geht’s gut“ schon gehört? Zu oft! So gut wie bei jedem Influencer ist dieser Satz wohl schon einmal gefallen. Ebenso erstaunenswert ist es, wie viele Influencer die gleiche Marken bewerben oder wie ähnlich sich die Instagram-Feeds mancher Blogger sehen. Eine Lichterkette hier, ein süßer Hundewelpe da, kombiniert mit einem tiefsinnigen Text, mit dem sich möglichst viele Follower identifizieren sollen ist keine Seltenheit mehr. Das ganze Jahr über werden schöne Urlaubsfotos gepostet. Im Herbst ist dann auch mal ein Bild vor einem Kürbis-Stand möglich, von denen es glücklicherweise genug für alle Influencer gibt. Abgesehen von den sehr ähnlichen Posts und Bilder, weisen viele Influencer eine durchaus geringe Individualität hinsichtlich ihrer Kooperationspartner auf. Marken wie Daniel Wellington, FitTea, bestimmte Schmuck-Kollektionen, vor allem Fitness- und Kosmetikprodukte gehören zu den Standard Kooperationen der meisten Influencer. In dieser Hinsicht trifft man als normaler Instagram-Nutzer natürlich bei vielen Influencer-Profilen auf die gleichen Inhalte. Nichtsdestotrotz ist Influencer nicht gleich Influencer. Es gibt Fashion Blogger, Travel Influencer, Food Influencer und jene Influencer, die nicht in eine bestimmte Kategorie fallen. Allerdings ist auch innerhalb der Kategorien ein gewisser Grad an Homogenität zu verzeichnen, wodurch dieses Klischee sehr realitätsnah ist.

9. Influencer haben kein Talent

Einige böse Zungen unter Instagram-Nutzern erwecken den Anschein, dass die Tatsache in der Öffentlichkeit aufzutreten und Inhalte auf Instagram zu generieren keinerlei Talent benötigt. Von den unbekanntesten Influencern bis hin zu den Kardashians hatten die meisten „Personen des öffentlichen Lebens“ bereits mit diesem Vorurteil zu kämpfen. Doch in wie weit entspricht es der Wahrheit? Um als erfolgreicher Blogger durchzustarten braucht es gewiss einige wünschenswerte Eigenschaften. Selbstbewusstsein, Redegewandtheit und Kreativität gehören zum Inventar eines jeden Influencers. Es ist auch notwendig, sich gekonnt in Szene zu setzen, denn die Selbstdarstellung ist das A und O und determiniert den Erfolg eines Influencers. Ebenso ist eine aktive Kommunikation mit den Followern gewünscht. Auf deren Wünsche und Erwartungen muss eingegangen werden. All diese Attribute beschreiben in der Tat keine wirklichen Talente, sondern repräsentieren in erster Hand eher vorteilhafte Eigenschaften, die das virtuelle Leben eines Content Creators erleichtern.

10. Das Beste Karrieresprungbrett für Influencer ist das „Trash-TV“

Bei TV-Formaten wie „Germany’s Next Topmodel“, „Bachelor“ oder „Bachelorette“ ist es Gang und Gebe, die neuen „TV-Sternchen“ auf Instagram zu präsentieren und den Zuschauern die Möglichkeit zu bieten, deren neues TV-Leben dort zu verfolgen. Einige dieser Formate stellen den Kandidaten direkt ihre eigenen Instagram-Accounts zur Verfügung, deren Rechte daran bei der Mediengesellschaft gehalten werden. Durch die TV-Präsenz, die häufig mit Live-Videos oder einer Echtzeit-Kommentierung in den Instagram-Storys einhergeht, ist schon so mancher Instagram-Nutzer quasi über Nacht zum Influencer geworden. So steht nun die Mehrheit der aktuellen Bachelorette-Kandidaten im Instagram-Rampenlicht. Einige Instagram-Berühmtheiten verdanken ihr Ansehen Heidis TV-Format und wieder andere haben den Sprung zum Influencer nicht geschafft. Somit bieten diese Formate, die im Volksmund nicht allzu selten unter der Kategorie des „Trash-TV“ verstanden werden, wahrhaftig eine gute Plattform um sich nach dem Aus der Sendung eine Karriere als Influencer aufzubauen. Dies trifft einen immer größeren Anteil der Influencer zu, wobei die Mehrheit Influencer-Urgesteine sich ihre Karriere selbst aufgebaut hat.

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