Diagramme zeichnen mit draw.io

Veröffentlicht von Sören - 31. Mai 2019

Wie heißt es so schön: ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Doch leider ist es oft auch wesentlich aufwändiger ein Bild zu erstellen, als einen Text zu schreiben. Zumindest war das so für mich, bis ich draw.io entdeckt habe.

drawio_Thumb

Mein Leidensweg ohne draw.io

Während meines Studiums musste ich fast wöchentlich ein neues Schaubild für meine Abgaben erstellen. Je nach Fach waren die Anforderungen dabei sehr unterschiedlich und von Grafiken zu mathematischen Problemen, über Ablaufdiagramme, bis hin zu Use-Case-Diagrammen war alles dabei. Unsere Betreuer haben uns dafür zwar oft ein Programm empfohlen, jedoch war nie ein Tool dabei, dass alle Anforderungen abdecken konnte. Deswegen hatte ich mich damals für LaTeX entschieden, um nicht immer wieder ein neues Programm installieren zu müssen. Denn, obwohl der Fokus von TeX nicht auf der Erstellung von Diagrammen liegt, kann man mit der Hilfe der vielen Erweiterungen fast jedes Schaubild erzeugen. Das war definitiv nicht immer der einfachste Weg, aber so konnte ich mich schon früh in LaTeX üben, was mir bei der Abschlussarbeit sehr geholfen hat.

Die Offenbarung

draw.io bietet eine große Auswahl an Templates Erst zum Ende meines Bachelor-Projekts hatte ich genug von LaTeX und habe mich deshalb nach einer neuen Lösung umgesehen. Bei der Suche bin ich relativ schnell auf draw.io gestoßen und war sofort begeistert. Denn im Gegensatz zu den restlichen Programmen die ich kannte, erfordert draw.io weder eine Installation noch eine Registrierung. Ähnlich wie bei Google Docs werden die Schaubilder direkt im Browser erzeugt und können dann heruntergeladen oder direkt in einem Cloudservice gespeichert werden. Die Auswahl an Symbolen ist beachtlich. Die Palette der unterstützten Diagrammtypen ist beachtlich. Zu Beginn jeder neuen Zeichnung kann man sich aus den verschiedensten Diagramm-Templates den benötigten Typ heraussuchen. Dabei ist mit einfachen Tabellen, generischen „Business“-Grafiken, Schaltplänen oder auch Grundrisszeichnungen eigentlich alles vertreten, was man sich vorstellen kann. Damit man aber später nicht von der riesigen Auswahl erschlagen wird, werden zu jedem Diagrammtyp zuerst nur die passenden Symbole angezeigt. Sollte man aber trotzdem ein anderes Symbol benötigen, kann man dieses immer noch über die Suche zur eigenen Werkzeug-Palette hinzufügen. Die so verfügbaren Symbole lassen sich alle nach Herzenslust anpassen und sollte trotzdem ein Symbol fehlen, kann man es per Drag&Drop als Bild einfügen. Der Quellcode kann im Bild gespeichert werden. Das Feature, welches mich aber schlussendlich überzeugt hatte, war das Speichern des Quellcodes im Schaubild. Denn öfters als ich es zugeben möchte, musste ich Änderungen an Schaubildern vornehmen, ohne die Quelldatei zu haben. Dabei durfte ich das komplette Schaubild neu zeichnen, nur um marginale Änderungen wie Schreibfehler zu begleichen. Mit draw.io ist das kein Problem mehr, da man die Quelldatei in der Bilddatei selber einbetten kann. Dies ist besonders praktisch bei Dokumentationen, die sich schnell ändern können.

Fazit

Auch wenn die riesige Auswahl an Optionen am Anfang etwas einschüchternd war, erstelle ich mittlerweile jedes Schaubild mit draw.io. Denn wenn man sich etwas mit dem Tool beschäftigt hat, ist es wirklich einfach zu bedienen. Bis auf wenige Ausnahmen musste ich nie Bilder in meine Zeichnungen einfügen, da die Werkzeugpalette mehr als ausreichend ist. Da draw.io aber auch noch kostenlos ist, kann ich es wirklich uneingeschränkt empfehlen. Worauf wartet ihr also? Probiert es aus!

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